Samstag, 15. Juni 2019

Nochmal im Zoo

Philippinen-Binden-Waran
Philippinen-Binden-Waran
Am Tag zuvor waren Sarah und ich in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen, nun sollte es in den Kölner Zoo gehen. Ich selbst war ja erst zwei Wochen zuvor dort gewesen (darüber habe ich hier schon geschrieben) aber Sarah hatte den Zoo schon länger nicht mehr besucht, deswegen ergriffen wir die Gelegenheit beim Schopf.

Das Wetter zeigte sich ein bisschen launisch, zumindest war der Himmel immer mal wieder dicht bewölkt, sodass wir das Glück hatten, nicht mit allzu vielen Besuchern im Zoo zu sein, die wohl nicht riskieren wollten, dass das Wetter nicht hielt. Es war nicht mehr ganz so heiß wie am Tag zuvor, aber immer noch schön.

Seepferdchen
Seepferdchen
Zuerst ging es jedoch nach dem Kauf der Karten ins Aquarium und Terrarium. Bei meinem letzten Besuch habe ich es ja nicht geschafft, dort vorbeizuschauen, deshalb wollte ich das nun zuerst abhaken. Sarah hat angeregt, immer zuerst hier hin zu gehen, bevor wir den Zoo erkunden, und ich glaube, ich werde das für die zukünftigen Zoobesuche auch so handhaben. Da ein Feiertag war, fanden verschiedenen Aktionen im Zoo statt, die sich mehrheitlich an Kinder richteten. So waren überall im Zoo Infostände aufgebaut, an denen man etwas über die Tiere lernen konnte und in der Eingangshalle des Aquariums wurde mit den Kindern gebastelt.









Nachdem wir im Terrarium alles gesehen hatten, haben wir uns in den Zoo aufgemacht. Dort gibt es ein paar Tiere, denen ich meist nicht so viel Aufmerksamkeit schenke, wie den Bären. Weil diese mich normalerweise nicht so sehr interessieren. Aber diesmal blieben wir beim Braunbärgehege stehen, der just in dem Moment beschloss, aufzustehen und etwas interessantes zu tun. Zuerst fraß er ein bisschen von dem Gemüse, das dort ausgelegt worden war, dann ging er zur Freude aller dabei stehenden Besucher ins Wasser und schwamm ein bisschen im Wassergraben herum, bevor er wieder herauskletterte und sich kräftig schüttelte. Vermutlich werde ich meine Einstellung, dort nicht anzuhalten, weil es nichts interessantes zu sehen gibt, in Zukunft ein bisschen überdenken müssen.






Anschließend drehten wir unsere Runde durch den Zoo. Bei den Raubkatzen war nicht so viel los und wir haben keine kleinen Pandas in ihrem neuen Gehege gesehen, dafür waren die Gorillas im Affenhaus sehr aktiv und bei den Elefanten gab es ein bisschen Streit mit lautem Getöse und Trompeten (eines der Jungtiere hatte wohl etwas gegen Sang Rajas Anwesenheit auf er Anlage der Kühe und protestierte lautstark, das ließ den erwachsenen Bullen allerdings kalt.










Zum Schluss haben wir es allerdings diesmal dann nicht noch ins Hippodom geschafft. Bevor unsere Bahn nach Hause fuhr, haben wir uns noch ein Eis gekauft und es draußen vor dem Zoo gegessen, der dann allmählich seine Pforten schloss.
Ich schätze, in den nächsten Monaten werde ich noch ein paar Mal im Zoo sein und dort fotografieren und mir vielleicht auch mal wieder eine Jahreskarte leisten.

"Das sind keine Pandas, die sind nicht schwarz-weiß!"

Hyäne
Tüpfelhyäne in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen
Schon seit längerem hatten Sarah und ich uns vorgenommen, mal wieder zusammen in den Zoo zu gehen. Was wäre da besser, als nach Gelsenkirchen und Köln zu fahren (an einem Wochenende), um die Kamera-Akkus so richtig zum Glühen zu bringen? Dass Sarah sich kurz zuvor noch eine neue Bridge-Kamera gegönnt hatte, die jetzt getestet werden musste, kam uns da natürlich sehr zu Gute.

Der Tag ging schon gleich gut los: Aufstehen um 4 Uhr in der Früh, weil um kurz nach halb 7 der Zug nach Gelsenkirchen fahren sollte. Sarah wollte vorher noch ihre Sachen bei mir abladen, um nicht ihre Übernachtungsklamotten mitzuschleppen, und dann ging es auch schon los. Der Zug, mit dem wir fahren wollten, hatte angeblich Verspätung. Angeblich hielt er auch nicht in Gelsenkirchen. Dann stellte sich heraus: Der Zug hält in Gelsenkirchen und er hat auch keine Verspätung. Die deutsche Bahn, wie man sie kennt und liebt.


Zuerst ging es in den Schildkröten-Garten, in dem ich noch nie gewesen bin (vielleicht gab es den bei meinem letzten Besuch auch einfach noch nicht), wo wir ein paar Schildkröten im Haus und draußen im Gehege dabei beobachten konnten, wie sie sich entweder sonnten oder Salat und Gemüse fraßen. Ich wollte gerade anfangen, zu fotografieren, da kam der Schock: Keine Speicherkarte im Fach. Ich hatte sie im Laptop stecken gelassen, nachdem ich die Fotos vom letzten Besuch im Kölner Zoo auf die Festplatte gezogen hatte. Zum Glück hatte ich noch eine zweite Karte eingepackt, sodass der Herzinfarkt vermieden werden konnte.






Zuerst haben wir uns die Themenwelt Alaska vorgenommen. Das schöne an der ZOOM ist ja, dass man, wenn man eine Themenwelt durchquert hat, wieder am Eingang herauskommt. Dann kann man sich entweder den nächsten Rundgang vornehmen, oder in den Zooshop oder wieder nach Hause gehen. Wir haben für jede Themenwelt rund zwei Stunden veranschlagt und zwischendrin auch das eine oder andere Mal länger Pause gemacht. Zwischenzeitlich wurde es sehr heiß und das Wetter war wunderbar, um Fotos zu machen. Wie man auf den Bildern oben sehen kann, waren die Tiere auch sehr aktiv. Manche in den anderen Themenwelten aber auch nicht, die Löwen im Afrikateil lagen nur im Schatten und dösten (typisch Katze) und auch ein paar andere Tiere zeigten sich nicht so gern dem Besucher. Dafür waren die Waschbären sehr aktiv, ebenso die Bären. Sie waren wohl kurz zuvor schwimmen gewesen und als wir am Gehege standen, spielte einer von ihnen mit einem schon ziemlich zerfetzten Reifen, den r als Kissen verwendete.










Wesentlich aktiver waren da doch schon die Hyänen. Weil es so warm war, hatte eine der beiden besonders großen Spaß daran, eine Runde schwimmen zu gehen und nach Stöckchen zu tauchen sowie mit einem Ball zu spielen, der im Wasser lag, während die zweite Hyäne am Ufer einen dicken Katalog in Schnipsel riss und die schwimmende Hyäne das eine oder andere Mal pikiert und verwundert anschaute, als wolle sie ihr mitteilen, dass sich so ein Verhalten für eine Hyäne nicht schickte. Was die andere Hyäne nicht interessierte, denn die jagte mit großer Freude den schwarzen Ball durchs Wasser und tauchte nach Stöckchen.

Wir haben auch die Bootstour mit der African Queen gemacht - zusammen mit einer sehr nervigen Familie, über die ich mich hier lieber nicht näher auslasse - und davor haben wir noch das Balzverhalten der großen Strauße beobachten können, das ich so vorher noch nie im Zoo zu Gesicht bekommen habe. Allerdings war ich auch noch in nicht so vielen Zoos, die Rothalsstrauße halten. Auf der Vari-Insel war dann leider nicht so viel los, wie wir uns erhofft haben.







Wichtigste Erkenntnis aus dem Afrika-Teil: Die Nilpferde sind alleine, weil sie so böse sind. Anmerkung: Die Nilpferde waren zu dritt und sie sind nicht per se aggressiv oder gemeingefährlich und gehören deswegen weggesperrt. Gut, es sind keine Kuscheltiere, aber muss man das so verallgemeinern?

Im Asienteil haben wir dann einen aktiven Tiger gesehen, der im Gehege seine Runden drehte und sich gut fotografieren ließ (der andere schlief im Haus hinter der Glasscheibe) und gelernt, dass kleine Pandas gar keine echten Pandas sind, weil die sind schließlich schwarz-weiß.
Richtig, kleine Pandas gehören nicht zu den Echten Pandas (die sind schwarz-weiß) sondern zu den Katzenbären.

Im Regenwaldhaus haben wir dann sehr fotogene Affen getroffen. Die Hulmans sind mit den Orang-Utans und einigen Ottern vergesellschaftet, und so entstand das obige Foto von der anscheinenden Zwiesprache zwischen einem Orang-Utan und einem Hulman. Ich wollte unbedingt ein Foto von einer der freilaufenden grünen Echsen haben, und kurz, bevor wir das Haus verlassen wollten, rannte plötzlich so ein Tier hinter uns über den Gehweg und blieb dann dort für einige Augenblicke sitzen. Sofort warfen sich Menschen um das Tier herum zu Boden, um Fotos davon zu machen. Und als es der Echse zu bunt wurde, rannte sie einfach auf zwei Beinen in das nächste Gebüsch am Wegesrand.

Um 18:30 traten wir dann den Heimweg an, auf dem ich derartige Kopfschmerzen - vielleicht bedingt durch die Sonne - bekam, dass ich bei unserer Ankunft um 22 Uhr zuhause einfach nur noch mit einer Kopfschmerztablette ins Bett gefallen bin. Am anderen Morgen waren die Kopfschmerzen dann gottseidank weg und wir konnten uns auf den Weg in den Kölner Zoo machen. Aber darüber wird es hier einen gesonderten Blogartikel geben.

Dienstag, 11. Juni 2019

Die Montagsfrage #39 - Welches Buch liegt schon ewig auf dem SuB und wird einfach nicht gelesen?


Heute kommt meine Antwort auf die Montagsfrage Nr. 39. Nicht gestern, da war ich mit anderen Dingen beschäftigt. Aber Antonia von Lauter und Leise möchte wissen:

Welches Buch liegt schon ewig auf dem SuB (=Stapel ungelesener Bücher) und wird einfach nicht gelesen?

Ich habe bei meinen ungelesenen Bücher ja so eine Eigenart. Damit ich nicht zuerst das ganze Bücherregal nach dem Buch absuchen muss, das ich noch nicht gelesen habe, haben meine ungelesenen Bücher ein ganzes Regalbrett für sich allein. Zusammen mit den 20 - 30 Büchern, die noch darauf warten, gelesen und anschließend auf dem Regalbrett ihres Genres einsortiert zu werden, steht dort auch noch ein altes Saucenglas, das ich vor Jahren einmal gründlich abgespült, von seinem Etikett befreit und dann mit einem neuen, hübscheren Etikett und ein paar Stickern versehen habe. Mein "SuB-Glas", in dem sich kleine Zettelchen befinden. Auf jedem der Zettelchen steht ein Buchtitel und ein Autor, die sich gerade auf dem SuB-Regalbrett befinden.
Habe ich ein Buch ausgelesen, nehme ich also das Glas, schüttele es und lese dann das Buch, dessen Zettel ich aus dem Glas fische.

Zumindest in der Theorie.

In der Praxis sieht es so aus, dass ich das Glas schüttele, einen Zettel heraushole, ihn auffalte und manchmal beim Anblick des Buchtitels gelangweilt den Mund verziehe. Nein. Auf das Buch habe ich gerade keine Lust. Der Zettel wird also kurz ungnädig neu gefaltet und dann beiseite gelegt, um ihn nicht sofort nochmal zu ziehen. Anschließend wandert die Hand wieder in das Glas, um hoffentlich diesmal einen Buchtitel zu erhaschen, der mir mehr zusagt.

Bücher, die ich dabei immer erwische und immer zur Seite lege, weil ich mich einfach nicht aufraffen kann, sie zu lesen, gibt es ein paar.

Zum einen wäre da Poirot Investigates von Agatha Christie. Ich habe schon ein paar Bücher von Christie gelesen. ich mag Poirot. ich habe kein Problem damit, auf Englisch zu lesen. Das Buch ist dünn (gerade einmal 213 Seiten in der englischen Paperback-Ausgabe) und der Schreibstil ist angenehm und kurzweilig. Trotzdem befindet sich das Buch seit Februar 2018 auf meinem SuB (vermutlich länger, aber zu dem Zeitpunkt landete es auf meinem Goodreads-SuB, und daran orientiere ich mich für diesen Post). Ich glaube, sobald ich mit meiner aktuellen Lektüre - also entweder Modoc - The Story of The Greatest Elephant That Ever Lived oder Noras Welten - Durch den Nimbus durch bin, nehme ich mir das kleine Büchlein noch einmal vor. Je mehr kurze Bücher sich auf meinem SuB befinden, desto schneller kann ich ihn schließlich abbauen, oder?

Ein weiteres Buch, das sich auf dem Stapel der Schande, wie ich ihn liebevoll nenne, befindet, ist Eine kurze Geschichte der Zeit von Stephen Hawking. Ich habe das Buch anlässlich des Todes von Professor Hawking gekauft, weil ich wissen wollte, ob das Denken eines so genialen Mannes auch für einen Durchschnittsmenschen wie mich zu fassen ist. Und genau deswegen liegt dieses Buch nun schon so lange auf meinem Stäpelchen. Weil ich Angst habe, dass mich die Lektüre überfordert und ich dadurch frustriert bin. Aber ich musste das Buch ja unbedingt haben, nicht wahr? Weil ich daran glaube, dass sich jeder alles beibringen kann, wenn man nur die richtige Herangehensweise wählt. Ich schätze, ich weiß, was ich nach Poirot lese ...

Und das letzte Buch, das immer und immer wieder auf den Stapel zurückgelegt wird, ist Im Schatten des Berges von Gregory D. Roberts. Dabei handelt es sich um den zweiten Teil einer Duologie. Den ersten Teil, Shantaram, hatte ich zur Recherche für Indian Gods gelesen, weil das Buch in Indien spielt. Allerdings im Indien der Neuzeit, aber das machte nichts, weil ich zuerst einmal ein Gespür für diesen Kontinent bekommen wollte, und das kann man - finde ich - in der Neuzeit genau so gut wie im 19. Jahrhundert, wenn man ein paar Abstriche macht. Schon Shantaram ist ziemlich lang, weil es ein autobiografisches Werk ist. Das Buch handelt von einem Australier, der wegen eines bewaffneten Raubüberfalls unter Drogeneinfluss in einem australischen Gefängnis landet. Es gelingt ihm, zu fliehen und unerkannt das Land zu verlassen, wonach er sich in Indien ein neues Leben aufbaut und hofft, dort nicht erwischt zu werden. Und ich fand Shantaram schon stellenweise sehr langatmig (Das Buch hat immerhin 1088 Seiten) und zum Ende hin auch nicht mehr so interessant (ich habe am Ende einfach große Teile überblättert ...), sodass ich jetzt zögere, den zweiten teil mit über 900 Seiten als nächstes zu lesen. Mittlerweile ist meine Lektüre von Shantaram schon so lange her, dass ich es vermutlich noch einmal lesen müsste, um den zweiten teil zu verstehen. Auch wenn Goodreads sagt, man könne Im Schatten des Berges auch als Einzelband lesen. Vielleicht überwinde ich nach den beiden oben genannten Büchern meine Lethargie und lese dieses Buch doch noch. Immerhin sind lange Bücher ja eigentlich gut, oder nicht? Ich selbst habe ja ein langes Buch geschrieben (was sicherlich noch kürzer wird, wenn es fertig ist).

Vielleicht muss ich mir wirklich ein paar Monate Buchkaufverbot auferlegen, bis dieser dicke Wälzer das letzte ist, das ich noch lesen muss. Denn je länger ich für ein Buch brauche, desto lauter schreien die anderen Bücher, die noch auf meinem SuB liegen, dass sie auch gelesen werden wollen.

Montag, 3. Juni 2019

Die Montagsfrage #38 - Wie bist du zum Lesen gekommen?

Montagsfrage

Es ist mal wieder Montag und Antonia von http://lauter-und-leise.com fragt: Wie seid ihr eigentlich zum lesen gekommen? Und das ist mal wieder eine Frage, die ich so ähnlich beantworten kann wie Antonia.

Ich erinnere mich daran, dass es Bücher gab, die ich gar nicht oft genug vorgelesen bekommen konnte. "Ein Tag im Zoo" zum Beispiel oder "Wie die Elefanten zu ihren Rüsseln kamen" (Nein, sagt jetzt nichts!). Letzteres wurde übrigens, wie ich gerade erst herausgefunden habe, von Rudyard Kipling verfasst. Diese beiden Bücher wollte ich so oft vorgelesen bekommen, dass mein Vater es irgendwann Leid war und sie auf Kassette einsprach. So musste er nur noch auf einen Knopf drücken und ich konnte meine Lieblingsgeschichten immer und immer wieder hören.
Irgendwann lernte ich dann selbst lesen und es gab für mich nichts schöneres, mich stundenlang in mein Bett zu setzen und ein Buch nach dem anderen zu verschlingen. Anfangen hat es so richtig mit den Geschichten von Astrid Lindgren. Michel aus Lönneberga, Madita und Pim, Pippi Langstrumpf & Co. gehörten einfach dazu und ich habe diese Bücher sehr genossen. Eine Zeit lang waren Pferdebücher sehr hoch im Kurs, die Harry Potter-Reihe durfte natürlich auch nicht fehlen, aber meine Familie achtete stets darauf, dass die Lektüre abwechslungsreich war. Sophies Welt, Artemis Fowl, Schiffbruch mit Tiger, Zickzackkind, Harry Potter, Herr der Ringe und diverse Was-ist-was-Bücher sind die, die mir spontan einfallen. Zum Geburtstag oder zu Weihnachten bekam ich meist Bücher geschenkt und mein größtes Highlight waren die Besuche in der Buchhandlung mit meinem Vater oder meiner großen Schwester. Die entschieden spärlicher gesät waren als heute, wo ich selbst entscheiden kann (und muss), wann ich eine Buchhandlung aufsuche. So wurde jeder Besuch dort zu etwas ganz besonderem. Meist durfte ich mir ein oder zwei Bücher aussuchen, die ich dann stolz nach Hause getragen und in mein Bücherregal gestellt habe. das hat sich heute nicht geändert, auch wenn es nun meist gleich vier oder fünf Bücher sind, die ins Regal wandern. Früher war eben doch nicht alles schlecht. Aber ich versuche auch heute noch, den Besuch in der Buchhandlung zu etwas ganz besonderem zu machen. Ich erlaube mir einen Besuch pro Monat, für den ich mir (meist an einem Samstag) auch ausreichend Zeit nehme. Man muss ja das Angebot sichten, das in den letzten fünfzehn oder zwanzig Jahren um einiges umfangreicher geworden ist. Oder meine Interessen sind vielschichtiger geworden. Früher konnte meine Schwester mich guten Gewissens in der Ecke mit den Pferdebüchern parken, während sie selbst sich anderen Themengebieten widmete. Heute ist für mich jeder Tisch interessant (gut, mal abgesehen von Genres, die ich hier schon mal beschrieben habe) und ich muss grundsätzlich jedes interessant klingende Buch aufnehmen und wenigstens den Klappentext lesen, damit mir nicht vielleicht Schätze entgehen. So habe ich schon Bücher gekauft, die ich früher vielleicht nicht gekauft hätte, die meinen Horizont erweitert und mein Verständnis von dieser Welt geprägt haben. Ja, auch das kann Literatur tun. ich hoffe eigentlich sogar, das selbst einmal für Leser meines Romans tun zu können.

Manche Bücher, mit denen ich als Kind in Berührung gekommen bin, konnte ich aber auch erst als Erwachsene richtig schätzen. "Schiffbruch mit Tiger" zum Beispiel. Als Kind habe ich gar nicht begriffen, was für ein wunderschöner, philosophischer Text das ist. ich habe das Buch letztes Jahr zur Recherche für Indian Gods nochmal gelesen (und den Film gesehen, von dem ich gar nicht verstehe, warum einige ihn so schlecht fanden?) und mich noch einmal verliebt. Vielleicht muss ich das Buch noch einmal lesen. Und noch einmal. Und noch ... okay.

Meine Schwester war es auch, die mich mit der Tintentrilogie in Kontakt brachte (die in mir den Wunsch geweckt hat, selbst zu schreiben), die mir die Biss-Reihe geschenkt hat (was, mit 15/16 fand ich die auch mal ganz gut ...) und die immer, wenn ich ein Buch durchgelesen hatte, wissen wollte, wie es mir gefallen hat und worum es (wenn sie das Buch nicht selbst schon gelesen hat, was auch manchmal vorgekommen ist) ging. ich habe von ihr quasi gelernt, wie man ein Buch rezensiert (und traue mich heute doch nicht, ausführliche Buchrezensionen auf meinem Blog zu schreiben, weil es da draußen Tausende von euch gibt, die das besser können als ich). Als ich älter wurde und mehr selbst über das bestimmen konnte und musste, was ich lese, kam mehr Fantasy ins Spiel. Ich habe ganz viele dieser Archetyp-Fantasyromane gelesen, die damals groß in Mode waren (Die Zwerge, die Elfen, die Orks und was es da nicht noch alles gab). Ich habe angefangen, mehr Lieblingsautoren zu haben. J.K. Rowling, Markus Heitz, Bernhard Hennen, Monika Feth, Cornelia Funke, Christopher Paolini, um nur ein paar zu nennen.

Anschließend kam die Phase, in der ich sehr viele Thriller und Krimis gelesen habe. ich hatte fast alle Romane von Dan Brown und noch einiges mehr, was sich damals in dieser Richtung lesen ließ. Krimis und Thriller habe ich eine ganze Zeit ausschließlich gelesen. Aber dadurch, dass ich nur ein oder zwei Genres fast schon obsessiv verfolgt habe, gab es auch eine Phase, in der ich sehr lange zeit keine Buchhandlung betreten (oder beim Betreten wenigstens nichts gekauft) habe, weil es nichts Neues gab und ich mich nicht in andere Richtungen orientieren wollte.
Heutzutage ist das zum Glück ein bisschen anders, was meinen Geldbeutel manchmal mit den Zähnen knirschen lässt. Aber Lesen bildet, oder nicht? ich war zum Beispiel sehr entsetzt über eine Klassenkameradin auf der Realschule, die voller Überzeugung sagte, dass sie nicht liest. Wie kann man denn nicht lesen? Wie kann man denn nicht in fremde Welten abtauchen wollen? Das habe ich damals nicht verstanden. Heute tue ich es vielleicht immer noch nicht.

Freitag, 31. Mai 2019

Lesemonat Mai


Diesen Monat waren es ein paar Bücher weniger als im April, die ich beendet habe. Vielleicht, weil ich wieder selbst mit dem Schreiben angefangen habe und auch ein weiteres buch geplottet werden wollte. Deswegen ist die Liste der gelesenen Bücher recht kurz:

Naomi Novik - Drachenglanz (Die Feuerreiter seiner Majestät #4)
Dieses Buch ist der vierte in einer Reihe von neun Bänden und der letzte, den ich bisher im Regal stehen hatte. Die anderen werde ich aber noch einmal holen, um die komplette reihe zu lesen. Dieser Band wartet mit einigen Überraschungen und einer interessanten Storyline auf, die sich auch viel mit den politischen Gegebenheiten dieser Zeit beschäftigt.



Madeline Miller - The Song of Achilles
Homes Illiad aus der Sicht von Achilles und Patroclus. Eine tragische Liebesgeschichte, die nicht mehr schöner hätte geschrieben werden können. Dies war eines der wenigen Bücher, bei dem ich am Ende geweint habe, weil es so schön und so plötzlich vorbei war. Ein Buch, das mich nächtelang wachgehalten hat, weil ich unbedingt wissen musst, wie es weitergeht.


Marie Brennan - Die Reise der Basilisk (Lady Trent #3)
Ich liebe diese Buchreihe einfach. Die Protagonistin ist erfrischend und hat eine tolle Art, die mir gefällt. Die Bücher enthalten genau die richtige Mischung aus Naturkunde, Action, Politik und Geografie, die es so spannend macht, die Charaktere auf ihrer Reise zu begleiten. Band vier steht hier auch noch im Regal, band 5 muss noch gekauft werden. Alles in allem sehr schön bis hier hin, ich bin gespannt auf den nächsten Band.


Nochmal im Zoo

Philippinen-Binden-Waran Am Tag zuvor waren Sarah und ich in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen , nun sollte es in den Kölner Zoo gehen...