#amwriting 1.5- Indian Gods - Der NaNoWriMo 2018

by - Dezember 02, 2018

Bildquelle: Pixabay
Bildquelle: Pixabay
Teil 1: Die zündende Idee

Manchmal bin ich ein bisschen größenwahnsinnig.
So auch hier. Wie jedes Jahr habe ich beschlossen, am NaNoWriMo teilzunehmen, oder vollständig: Dem National Novel Writing Month.
Und was ist das jetzt, werdet ihr vielleicht wissen wollen.

Beim NaNoWriMo handelt es sich um ein Projekt, das mittlerweile weltweit ausgetragen wird. Ziel ist es, innerhalb der 30 Tage im November einen Kurzroman mit einer Länge von 50.000 Wörtern zu schreiben.
Wer macht denn so einen Unsinn.
Offensichtlich eine ganze Menge Leute.
Ich bin eine von diesen Verrückten, und ich nehme seit 2013 an diesem virtuellen Event teil.

Es gibt ein paar Regeln (die eher umdeutbare Richtlinien sind)

Eigentlich soll man am 1. November mit einem komplett neuen Projekt anfangen. Leere Seite, und los geht es. Vorher plotten ist natürlich erlaubt. Wenn man den NaNo als "Rebell" bestreiten will, kann man auch einfach ein Projekt weiterschreiben, das man schon angefangen hat.

Editieren ist nicht erlaubt.
Zumindest nicht im November, wo jedes Wort zählt. Ich hatte in der zweiten Woche den kurzen Anfall, ein Stück einer Szene (rund 200 Wörter) wieder löschen und neu schreiben zu müssen, und kam an dem Abend wortzahltechnisch auf keinen grünen Zweig mehr.

Natürlich könnt ihr jetzt einwerfen, dass man ja auch schummeln könnte. Da die Seite an sich nur zum Erfassen eurer Wortzahl dient (und euch dafür ab und zu eine kleine Medaille verleiht, wenn ihr ein Ziel erreicht habt, wie zum Beispiel 10.000 Wörter zu schreiben), kontrolliert niemand, ob und was ihr eigentlich schreibt. Denn das tut ihr für euch. In Word, Scrivener, Papyrus oder in einem Collegeblock. Was ihr an Zahlen in das Wordcountfenster schreibt, kontrolliert niemand. Natürlich könnt ihr eintragen, dass ihr jeden Tag 10.000 Wörter geschrieben habt, und das mag auch der Wahrheit entsprechen, wenn ihr genug freie Zeit habt.
Natürlich könntet ihr auch ein Dokument aufmachen und nur "Ente Ente Ente" eintragen, bis ihr 50.000 Wörter erreicht habt. Vielleicht machen das einige auch, ich weiß nicht.

Ich habe den NaNo auf jeden Fall dazu genutzt, den 1. Akt von Indian Gods (wisst ihr eigentlich, wie oft ich mich vertippe und "Indian Dogs" schreibe??) herunterzuschreiben und ein bisschen vom zweiten Akt anzufangen. Das ganze ist sehr, sehr editierungsbedürftig, aber darum kümmere ich mich erst, wenn der Rest steht. Auch wenn das heißt, dass ich dann ca. 160.000 Wörter oder mehr zu editieren habe. Aber wenn die Rohversion fertig ist, werde ich sie ohnehin noch eine Weile liegen lassen und mich einem anderen offenen Projekt zuwenden.
Hättet ihr eigentlich Interesse daran, mal zu sehen, was ich gerade alles in der Mache habe? Vielleicht motiviert mich das ja, schneller zu arbeiten, damit ich mal wieder etwas fertig bekomme ...

Den Plot für Indian Gods hatte ich schon Mitte Oktober fertig. Anschließend habe ich etwas getan, was ich vorher bei meinen Fanfiktion-Projekten noch nie getan habe: Ich habe mir drei Leute ausgesucht, die meinen Plot gegenlesen sollten. Ob er stimmig ist, ob es Logiklücken gibt, ob die Charaktere spannend und stimmig sind, ob der Plot überhaupt so ist, dass das Machwerk irgendwann irgendjemand lesen wollen wird.
Von zwei Testlesern bekam ich umfangreiches, sehr positives Feedback, von der dritten hörte ich nie wieder etwas. Naja. Dann kann ich mich ja schon mal darauf einstellen, dass das genau so laufen wird, wenn ich den kompletten Roman zum Testlesen rausschicke. Und ich weiß schon, wen ich da nicht frage.

Der Plot stand also, ich habe noch ein bisschen Last-Minute-Recherche betrieben und dann überfiel mich vier Tage vorher die Panik. Was, wenn ich es nicht so auf das Papier bekäme, wie es in meinem Kopf ist? Wenn ich dieses epische, diese Farben, diese Gerüche und Geräusche nicht aufs Papier gezaubert bekäme, wie sie in meinem Kopf sind? Was, wenn sich herausstellte, dass die Geschichte doch nicht so toll war, wie ich dachte?
Aber am ersten November hatte ich keine Wahl mehr. Ich habe mich selbst ins kalte Wasser geschmissen und musste schwimmen.

Und das war manchmal sehr anstrengend.
Hatte ich vor dem NaNo noch großspurig verkündet, ich würde das Ding locker in den ersten vier Tagen zu Ende bringen (was bedeutet hätte, pro Tag 12.500 Wörter zu schreiben, etwa viermal  so viel, wie ich sonst an guten Tagen schreibe), schoss ich dieses ohnehin utopische Vorhaben am 1. November schon wieder in den Wind. Zwar schrieb ich mir einen ordentlichen Puffer an in diesen ersten vier Tagen, aber es reichte bei weitem noch nicht, um den NaNo zu gewinnen. Ich hatte mal wieder unterschätzt, wie sehr mich die Arbeit schlaucht. Jeden Tag zehn oder elf Stunden aus dem Haus zu sein, Haushalt und Hobbies unter einen Hut zu bringen und auch noch täglich zu schreiben, hinterließ seine Spuren. Ich schrieb zwar fast jeden Tag, ging pünktlich zu Bett und schaffte es sogar noch, ein paar Seiten vor dem Schlafengehen zu lesen, aber darunter litt meine Wohnung. Sauberkeit war in diesen Tagen nicht meine oberste Priorität, und gesunde Ernährung irgendwie auch nicht.

Trotzdem gelang es mir, am 29.11. fertig zu werden. Mit 50.411 Wörtern konnte ich mich offiziell NaNo-Winner nennen. Und jetzt geht es nahtlos weiter. Im Dezember wollen schließlich 31.000 Wörter geschrieben werden, und für's nächste Jahr habe ich eine neue Challenge ins Auge gefasst, die ich euch in einem gesonderten Blogpost vorstellen werde.


You May Also Like

0 Kommentare

Bitte beachtet vor dem Kommentieren der Postings dieser Webseite die Datenschutzerklärung.