[Reisebericht] Nach Amsterdam (aber nicht zum Kiffen)

by - September 21, 2019

Straßen von Amsterdam
Straßen von Amsterdam
Ich war dieses Jahr mal wieder im Urlaub. Ganz lange Zeit war nicht klar, wohin die Reise diesmal gehen sollte. Sarah plant die Reisen immer und hat auch immer echt gute Ideen. Diesmal waren zum Beispiel Ziele wie eine Safari durch Westafrika dabei, was wir aber nicht gemacht haben, da das mit den ganzen Impfungen und allem anderen doch ein bisschen kurzfristig gewesen wäre. Stattdessen stand dann irgendwann fest, dass wir ein paar Tage nach Amsterdam und anschließend noch ein paar Tage nach Rom fahren würden. Beides Städte, in denen wir noch nie waren, über die wir aber schon viel schönes gehört hatten. Wir überlegten also, was man dort alles schönes tun konnte. In Amsterdam: Das Anne-Frank-Haus. Die Körperwelten-Ausstellung. Der Zoo. Ein Museum für ... anatomische Auffälligkeiten. Schlussendlich haben wir den Zoo besucht (kommt in einem extra Blogpost), eine Grachtenfahrt gemacht (die Sarah mir zum Geburtstag geschenkt hatte und die ein vier-Gänge-Menü beinhaltete) und sind ansonsten durch die Stadt gezogen, um sie auf eigene Faust zu erkunden.

Amsterdam 1
 Los ging es am 18.08., einem Sonntag, um 3 Uhr morgens. Um 3 Uhr morgens klingelte mein Wecker und riss mich unsanft aus dem Schlaf. Unter der Dusche fühlte ich mich erstaunlich wach, auch wenn es draußen noch stockdunkel war und zu allem Überfluss regnete. Meinen Koffer hatte ich in den Tagen davor schon gepackt und leichte Sorge, dass er zu groß sein könnte. Eine Woche, bevor ich gefahren bin, habe ich nämlich feststellen müssen, dass der Koffer, den ich mir vor drei Jahren zugelegt habe, bevor wir nach Bulgarien geflogen sind, meinen Umzug wohl nicht überlebt hat und ich somit zuerst einmal ohne Koffer dastand. Aber da konnte leicht Abhilfe geschaffen werden. Mein neuer Koffer war also gepackt, am Tag zuvor hatte ich noch Proviant gekauft (was ungefähr so abgelaufen ist, als hätte man einem Zehnjährigen zwanzig Euro in die Hand gedrückt und ihn damit einkaufen geschickt), ich musste mich also nur noch anziehen, meine Sachen nehmen und das Haus verlassen. Gesagt, getan. Ich setzte mich also zu Bahnhof in Bewegung, wo Sarah und ich uns treffen wollten, weil um kurz nach halb 6 unser Zug fahren sollte. Er fuhr auch, aber in geänderter Wagenreihung als zuerst durchgesagt, was dazu führte, dass wir den Zug betraten und uns zuerst einmal mit zwei Schweren Koffern und jeweils einer Tasche bzw. einem Rucksack durch die Menschen wühlen mussten, die sich bereits im Zug befanden. Viele von ihnen schliefen, lagen teilweise sogar in den Fahrradabteilen auf dem Boden. ich glaube, ich habe in einer halben Stunden noch nie so oft die Worte "Entschuldigung" und "Verzeihung" benötigt, wie auf der Zugfahrt von Bonn nach Düsseldorf. Für die letzte halbe Stunde der Fahrt hatten wir dann unsere Sitzplätze erreicht und konnten ein bisschen ausruhen, bevor wir umsteigen mussten. Von Düsseldorf ging es dann direkt weiter nach Amsterdam, wo wir ein paar Stunden später ankamen.

Amsterdam 2


Am Hauptbahnhof Amsterdam angekommen, wartete direkt die erste Hürde auf uns. Wir wollten den Bahnhof verlassen, aber unser Weg war von elektronischen Schranken versperrt. Wir haben die Leute, die dort hindurchgingen, einen Moment beobachtet. Jeder hielt kurz ein Kärtchen oder seine Brieftasche gegen einen Scanner und durfte passieren. Aber es gab nirgendwo Automaten, wo man diese Kärtchen hätte erwerben können. Doch, gab es, aber die befanden sich hinter der Schranke, durch die wir ja gar nicht erst durch kamen. Aber zum Glück gibt es ja Service-Schalter und Info-Points. Ich ging also zu einem solchen Schalter und fragte höflich, wie man durch die Schranke gelangte.
"Naja, Sie haben doch ein Zugticket, oder?", fragte der Mitarbeiter.
"Von der Deutschen Bahn, ja."
"Na, dann halten Sie doch einfach mal den QR-Code auf den Scanner, so kommen Sie raus!"
Sagt einem ja auch vorher keiner. Als wir die Schranke passiert hatten, haben wir uns auch erstmal so eine Chipkarte gekauft. Sie funktioniert wie die Oyster Card, die wir damals in London gekauft haben. Man entrichtet eine Gebühr für die Chipkarte (hier waren das 7,50 €) und kann dann einen Betrag auf die Karte laden, den man selbst bestimmen kann. Wir haben uns für 20 Euro entschieden und hatten diesen Betrag nach den fünf Tagen gerade einmal zur Hälfte aufgebraucht. So günstig ist der ÖPNV in Amsterdam. Deutschland, nimm dir ein Beispiel! Es kann doch nicht so schwer sein, die Busse und Bahnen mit Lesegeräten auszustatten ...

Amsterdam 3

Beim Hotel angekommen, durften wir noch nicht einchecken, da es noch zu früh war. Aber wir konnten bereits unsere Koffer dort lassen. Das Hotel lag einen kleinen Fußmarsch vom Hauptbahnhof entfernt und es regnete, als wir in Amsterdam ankamen. Im Übrigen war das der einzige Tag, an dem es in Amsterdam geregnet hat, Gott sei Dank. Und das Beste an dem Hotel, in dem wir waren?

Das Zimmer.
Wir hatten ein Zimmer in einem kleinen Anbau des Hotels und noch dazu im Untergeschoss. Es ging eine fürchterlich steile Treppe nach unten, und das mit jeweils ca. 20kg Gepäck. Da kam Freude auf.
Und dann: Das Zimmer an sich. Der Boden war ein glitzerndes Meer, das aussah, als habe man einfach zehn Liter goldenen Nagellack auf dem Boden ausgekippt und trocknen lassen. Es gab ein kleines Fenster, das Bett passte gerade so hinein, ebenso ein kleiner Schrank, ein Fernseher war an die Wand montiert worden, rechts ging noch eine Tür ab in ein winziges Badezimmer, es gab eine Klimaanlage und einen Ventilator, und fertig war die Koje für fünf Tage. Sehr wenig Platz, sehr warm durch die Heißwasserrohre, die direkt unter unserem Fußboden verliefen, aber sehr schön eingerichtet und in Stand gehalten. Alles in allem also nicht viel, worüber man sich beklagen konnte.

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