Lesemonat Oktober

by - Oktober 31, 2019

Lesemonat Oktober

Der Herbst beginnt draußen, die Blätter färben sich bunt und fallen zu Boden, es regnet, es wird kälter. Perfekt, um sich mit einem Buch und einer Tasse Tee auf die Couch oder ins Bett zu kuscheln und zu lesen. Also habe ich diesen Monat auch wieder einmal dazu genutzt, meinen SuB etwas zu verkleinern. Ich habe mir nämlich selbst auferlegt, kein neues Buch mehr zu kaufen, bis ich meinen ungelesenen Stapel nicht auf 0 runterreduziert habe (ein Blick auf den SuB zeigt, dass ich dann wohl das ganze nächste Jahr über keine Bücher mehr kaufen werde ...) und bisher halte ich mich auch daran.

Welche Bücher habe ich also im Oktober gelesen?

Circe (Madeline Miller)

Wir denken, schon alles zu wissen über Circe: Bei Homer verliebt sie sich in Odysseus und verwandelt seine Männer in Schweine. Und doch gibt es ein Davor und ein Danach im Leben dieser Göttin, das sie zu einer der faszinierendsten und komplexesten weiblichen Figuren der klassischen Mythologie macht. Circe ist Tochter des mächtigen Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse, doch sie ist ganz anders als ihre göttlichen Geschwister. Ihre Stimme klingt wie die einer Sterblichen, sie hat einen schwierigen Charakter und ein unabhängiges Temperament; sie ist empfänglich für das Leid der Menschen und fühlt sich in deren Gesellschaft wohler als bei den Göttern. Als sie wegen dieser Eigenschaften auf eine einsame Insel verbannt wird, kämpft sie alleine weiter. Sie studiert die Magie der Pflanzen, lernt wilde Tiere zu zähmen und wird zu einer mächtigen Zauberin. Vor allem aber ist Circe eine leidenschaftliche Frau: Liebe, Freundschaft, Rivalität, Angst, Zorn und Sehnsucht begleiten sie, als sie Daidalos, dem Minotauros, dem Ungeheuer Scylla, der tragischen Medea, dem klugen Odysseus und schließlich auch der geheimnisvollen Penelope begegnet. Am Ende muss sie sich als Magierin, liebende Frau und Mutter ein für alle Mal entscheiden, ob sie zu den Göttern gehören will, von denen sie abstammt, oder zu den Menschen – die sie lieben gelernt hat. (Goodreads)

Mich hat mal wieder meine Liebe für die griechische Mythologie gepackt. Nachdem ich von Madeline Miller ja schon "The Song of Achilles" gelesen hatte und das super fand, musste direkt das nächste Retelling dran glauben. Dass dieses Buch seit Dezember 2018 auf meinem SuB liegt, ignorieren wir dabei mal geflissentlich. Und ich habe festgestellt, dass es eine ganze Menge gibt, was ich über die griechische Mythologie noch nicht weiß. Zum Beispiel, wie Circe Scylla verwandelt und einiges ähnliches mehr. Um genau zu sein: Ich wusste vor dem Lesen dieses Buches nichts über Circe und weiß jetzt einiges mehr. Noch dazu war der Schreibstil mal wieder fantastisch.



Die Frauen von Troja #1 - Tochter des Sturms (Emily Hauser)

Vor dreitausend Jahren tobte ein Krieg, der die damalige Welt in ihren Grundfesten erschütterte: Der Trojanische Krieg hat viele Helden hervorgebracht. Hier erzählen die Frauen von Troja die Legende aus ihrer Sicht.
Dies ist die Geschichte von Chryseis, der Tochter des Hohepriesters von Troja, und Briseis, der Prinzessin von Pedasos. Chryseis und Briseis sind stolze junge Frauen, die ihr Leben genießen und sich leidenschaftlichen Lieben hingeben. Doch bei Ausbruch des Krieges werden sie entführt und müssen fortan ein Leben als Liebessklavinnen führen. Die mutigen Frauen ergeben sich jedoch nicht in ihr Schicksal, sondern kämpfen für ihr Freiheit und ihre Gefühle … (Goodreads)

Puh, hier muss ich gleich ein bisschen ausholen. Ich finde es zuerst einmal gut, dass es auch Bücher über den trojanischen Krieg gibt, die sich mit der Seite der Frauen von Troja beschäftigen. Und da gibt es genug: Helena, Andromache, Hekabe, Kassandra. Um nur ein paar zu nennen. Ich finde es gut, dass diesen Frauen Gehör geschenkt wird (wie man sieht, habe ich im Oktober ja irgendwie eher feministisch angehauchte Sachen gelesen?), denn das, was ich bisher zu dem Thema gesehen und gelesen hatte, drehte sich eher um die Männer, die für Troja gekämpft haben. Hier sei auch wieder lobend Madeline Miller erwähnt, die mit Song of Achilles etwas ganz tolles geschaffen hat) und nicht so lobend der Kinofilm "Troja", der vor ein paar Jahren in die Kinos kam und irgendwie recht viel falsch erzählt hat (Achilles und Patroklos sind Freunde. Nur Freunde. Mhm.).

Schauen wir zuerst mal, was dieses Buch gut gemacht hat.
Ich fand die Darstellung der Welt sehr gelungen. Emily Hauser ließ den Trojanischen Krieg in ihrem Buch zwar nur ein Jahr dauern statt wie ursprünglich zehn oder zwanzig Jahre, aber das kann ich verzeihen. Bonuspunkte auch dafür, dass sie endlich mal ausgesprochen hat, dass Achilles und Patroklos ein Liebespaar waren. Danke. Und irgendwie auch dafür, dass König Priamos hier nicht entweder der garstige, saufende, rumhurende Greis und Lüstling (wie bei David Gemmel) oder der nette, ein bisschen verplante Opa (wie im Film) ist, sondern ehrfurchtgebietend und streng, aber gerecht.

Aber dann. Oh boy. Die Story wird aus der Sicht von Briseis und Chryseis beschrieben, zwei Frauen, die unabhängig voneinander in den Trojanischen Krieg hineingezogen werden. Briseis soll Dienerin im Tempel des Apollo werden, doch bevor sie das werden kann, wird sie von den Griechen geraubt und als Sklavin zu Achilles gebracht. Sie hasst Achilles und überlegt, wie sie ihn töten kann. Schließlich kommt es dazu, dass er zu ihrer Heimatinsel fährt und ihre ganze Familie abschlachtet. Er berichtet ihr davon, gerade, als sie angefangen hat, sich mit ihrem Schicksal zu arrangieren und zu versuchen, mit ihm auszukommen und ihn zu mögen. Briseis ist natürlich bestürzt und traurig und wütend und hasst Achilles noch mehr, bis ... bis er Hundeaugen macht, sagt: "Es tut mir Leid, wenn ich gewusst hätte, dass das deine Familie ist, hätte ich sie nicht getötet", und sie verzeiht ihm natürlich und verliebt sich unsterblich in ihn.

Was.
Ich meine ... WAS?!
Das passte so überhaupt nicht zu meiner Erwartung an das Buch, dass es sich um die Geschichte zweier starker, selbstbestimmter Frauen handelt, und diese Sache (und auch die Art, wie Briseis am Ende stirbt) haben das Buch für mich verdorben. Noch dazu wurden die wirklich wichtigen Dinge (Hektors Tod, die Eroberung Trojas mit Hilfe des trojanischen Pferdes, der Tod von Achilles) quasi in Nebensätzen abgehandelt.


Millenium #3 - Vergebung (Stieg Larsson)

Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte. Nach „Verblendung“ und „Verdammnis“ der grandiose Höhepunkt der Trilogie um das Ermittlerduo Blomkvist und Salander.

Mit einer Kugel im Kopf wird Lisbeth Salander in die Notaufnahme eingeliefert. Sie hat den Kampf gegen Alexander Zalatschenko, berüchtigter Drahtzieher mafiöser Machenschaften, ein weiteres Mal knapp überlebt. Aber wird sie gegen den schwedischen Geheimdienst bestehen können, der alle Kräfte mobilisiert, um sie ein für alle Mal mundtot zu machen? Zu groß ist die Gefahr, dass sie die Verbindung zwischen Zalatschenko und der schwedischen Regierung aufdeckt. Unterdessen arbeitet Mikael Blomkvist unter Hochdruck daran, Salanders Unschuld zu beweisen. Es fehlen nur noch wenige Details, und er wird das Komplott gegen Salander aufdecken. Auch als seine Ermittlungen von höchster Stelle massiv behindert werden, führt Blomkvist seine Arbeit unbeirrt fort. Er weiß genau, dass er nur noch diese eine Chance hat, um Lisbeth Salander zu retten. (Goodreads)

Mal wieder ein brillantes Buch von Stieg Larsson. Ich mag die Charaktere Salander und Blomkvist sehr gerne, hatte aber stellenweise das Gefühl, das manche Dinge zu ausschweifend behandelt wurden. Deshalb auch bloß 4 Sterne.


Die Frauen von Troja #2 - Tochter des Meeres (Emily Hauser)

Vor dreitausend Jahren tobte ein Krieg, der die damalige Welt in ihren Grundfesten erschütterte: Der Trojanische Krieg hat viele Helden hervorgebracht. Hier erzählen die Frauen von Troja die Legende aus ihrer Sicht.
Dies ist die Geschichte von Atalante. Das junge selbstbewusste Mädchen ist eine geschickte Jägerin und schnelle Läuferin. Als Mann verkleidet gelingt es ihr, sich Jason und den Argonauten anzuschließen. Gemeinsam mit ihnen begibt sie sich auf eine lange Reise auf der Suche nach dem Goldenen Vlies, dem magische Kräfte nachgesagt werden. Als Jason jedoch hinter Atalantes Täuschung kommt, will er sie töten lassen. Doch Hippomenes rettet Atalante. Fortan sind beide untrennbar miteinander verbunden ... (Goodreads)

Dieses Buch fand ich überraschenderweise besser als den Vorgänger. Sogar sehr viel besser. Atalante ist die starke, unabhängige Frau, von der ich von Anfang an lesen wollte. Natürlich bekommt auch sie am Ende ihren Mann, aber das muss wohl so sein bei einer Geschichte, die irgendwie als Liebesroman durchgeht ...


Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein (Arno Strobel)

Fünf Tage ohne Handy. Ohne Internet. Offline.

Fünf Tage ohne Internet. Raus aus dem digitalen Stress, einfach nicht erreichbar sein. Digital Detox. So das Vorhaben einer Gruppe junger Leute, die dazu in ein ehemaliges Bergsteigerhotel auf den Watzmann in 2000 Metern Höhe reist.

Aber am zweiten Tag verschwindet einer von ihnen und wird kurz darauf schwer misshandelt gefunden. Jetzt beginnt für alle ein Horrortrip ohne Ausweg. Denn sie sind offline, und niemand wird kommen, um ihnen zu helfen ... (Goodreads)

Wieder so ein Buch, das mich erst neugierig gemacht und dann meine Erwartungen ein bisschen enttäuscht hat. Ich habe schon mehrere Bücher des Autoren gelesen und fand eigentlich keines sonderlich überragend. Der Schreibstil ist immer sehr einfach gehalten, viel wird (auch hier) in Gedankenmonologen erzählt (Passagen, die ich hier irgendwann überblättert habe) und es war alles recht ... vorhersehbar. Oder man hätte es besser machen können.
Eine Gruppe von Personen wird in einem verlassenen Hotel in den Bergen eingeschneit. Was könnte schon schiefgehen? Es ist ja nicht so, als würde man den Plot nicht schon mal irgendwo anders gesehen haben. Ich persönlich musste an ein paar Folgen des Animes Detektiv Conan denken, in denen das auch passiert. Natürlich wird jemand ermordet. Natürlich ist der Mörder derjenige aus der Gruppe der eingeschlossenen Personen. Arno Strobel erfindet hier also das Rad nicht neu und ich fand es irgendwann ermüdend, den anderen Charakteren beim Raten zuzusehen, während ich schon wusste, wer der Mörder ist. Seriously, der Prolog sagt es euch ...



Origin - Dan Brown

Die Wege zur Erlösung sind zahlreich.Verzeihen ist nicht der einzige. Als der Milliardär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch drei der bedeutendsten Religionsvertreter der Welt um ein Treffen bittet, sind die Kirchenmänner zunächst skeptisch. Was will ihnen der bekennende Atheist mitteilen? Was verbirgt sich hinter seiner „bahnbrechenden Entdeckung“, das Relevanz für Millionen Gläubige auf diesem Planeten haben könnte? Nachdem die Geistlichen Kirschs Präsentation gesehen haben, verwandelt sich ihre Skepsis in blankes Entsetzen. Die Furcht vor Kirschs Entdeckung ist begründet. Und sie ruft Gegner auf den Plan, denen jedes Mittel recht ist, ihre Bekanntmachung zu verhindern. Doch es gibt jemanden, der unter Einsatz des eigenen Lebens bereit ist, das Geheimnis zu lüften und der Welt die Augen zu öffnen: Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard, Lehrer Edmond Kirschs und stets im Zentrum der größten Verschwörungen. (Goodreads)

Wie immer ein spannendes Buch von Dan Brown, zum Ende hin aber ein bisschen langatmig. Einen Stern habe ich abgezogen, weil mir der Patzer  mit dem Passwort recht dämlich vorkam.



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