#Preptober 2: Der NaNoWriMo - Fragen und Antworten

by - Oktober 27, 2019

Preptober 2

Der NaNoWriMo steht wieder vor der Tür! Hurra! Oder nicht? Doch, ihr freut euch doch auch, oder?
Hier möchte ich mal ein bisschen näher auf das Phänomen "National Novel Writing Month" eingehen. Neulich habe ich in einer Whatsapp-Gruppe gefragt, wer denn auch alles am NaNoWriMo teilnimmt und bekam zurück: "Am was?" Deshalb möchte ich hier nochmal kurz erklären, was der NaNoWriMo eigentlich ist und was man da macht, sowie ein paar Fragen beantworten, die ich gelesen habe und die euch vielleicht helfen, euch noch schnell zu entscheiden (am 01.11. geht es los!) ob ihr mitmachen möchtet oder nicht.

In diesem Post soll es also um folgendes gehen:

  • Definition "National Novel Writing Month"
  • Häufig gestellte Fragen und Antworten
  • Warum nehme ich teil und mit welchem Projekt

Was ist eigentlich der "NaNoWriMo"?

Ich zitiere hier mal kurz Wikipedia:
NaNoWriMo, oder National Novel Writing Month, ist ein kreatives Schreibprojekt, das im Jahr 1999 von dem Amerikaner Chris Baty ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, während der 30 Tage des Monats November einen Roman mit mindestens 50.000 Wörtern zu verfassen. Trotz seines Namens ist das Projekt längst international geworden und in vielen Ländern der Welt versuchen jedes Jahr Tausende von Menschen in 30 Tagen ein Buch zu schreiben. Auf diese Weise wurden während des NaNoWriMo 2009 insgesamt 2.427.190.537 Wörter geschrieben.
 Die Aufgabe ist wirklich deutlich, oder? Es ist kein Wettbewerb, es geht rein um den Spaß an der Freude. Man kann nichts gewinnen, aber auch nichts verlieren. Jedes Wort, das man während der 30 Tage im November schreibt, ist ein Gewinn. Natürlich könntet ihr 50.000x "Ente" in euer Manuskript schreiben, und vielleicht machen einige das auch. Aber das wäre Selbstbetrug, oder nicht? Dazu sage ich aber weiter unten noch etwas. Es geht um das Zusammengehörigkeitsgefühl, zusammen mit tausenden von anderen Menschen ein gemeinsames Ziel zu erreichen: 50.000 Wörter in einem Monat. Das ist viel. Das sind nämlich 1.667 Wörter jeden Tag. Manche Menschen schaffen es sogar, das doppelte oder dreifache zu schreiben. Ich dagegen bin neben Arbeit und Haushalt (und ab und zu Zeit für mich) einfach ganz froh, wenn ich jeden Tag diese 1.667 Wörter schaffe. Denn darum geht es: Dass man jeden Tag schreibt. Man kann kleine Belohnungen (sogenannte Badges) verdienen, wenn man seinen Wordcount regelmäßig updatet. Man kann Freunde haben, deren Fortschritt man sehen kann, und entweder, das motiviert einen selbst, oder es demotiviert einen.

Es gibt allerdings ein paar (eher locker gesehene) Regeln. Der Grundsatz des NaNoWriMo ist es, am 01. November mit einem vollkommen neuen Projekt zu starten. Vorher darf natürlich geplottet werden, geschrieben werden darf an dem Projekt jedoch eigentlich erst am 01.11. In den Jahren hat sich jedoch eine Gruppe entwickelt, die sich "NaNo Rebel" nennt, die also aus Leuten besteht, die am ersten November nicht an einem neuen Roman schreiben, sondern an etwas weiterarbeiten, das bereits existiert. Das habe ich vor ein paar Jahren auch mal gemacht, weil der NaNo eine ganz gute Möglichkeit ist, angefangene Projekte fertig zu bekommen. Letztes Jahr und auch dieses Jahr bin ich aber mit einer neuen Geschichte dabei. Das hilft mir persönlich sehr, mich selbst ins kalte wasser zu schmeißen und einfach anzufangen.

Auch ist es nicht erlaubt, den geschriebenen Text während des NaNo zu überarbeiten, weil es zu viel Zeit kosten würde und man lernen soll, seinen inneren Kritiker so weit auszuschalten, das der einen erstnal 30 Tage lang machen lässt, ohne sich einzumischen. Wie gut das ist, was am Ende dieser 30 Tage steht, ist nicht wichtig. Ein gefülltes Blatt kann man überarbeiten, ein leeres nicht.

Es muss auch kein vollständiger Roman dabei herauskommen, auch wenn das natürlich cool wäre. 50.000 Wörter waren bei mir letztes Jahr ein Drittel des Gesamttextes von Indian Gods 1, ich schätze, dass es auch dieses Jahr bei Teil 2 wieder so sein wird.

Häufig gestellte Fragen und Antworten

Die Seite des NaNoWriMo ist auf Englisch. Heißt das, ich muss meinen Text auch auf Englisch schreiben?

Nein. Die Seite ist auf Englisch, weil die Seite eben in Amerika gegründet wurde und dort auch (meine ich) die meisten Nutzer angesiedelt sind. Es gibt aber auch eine deutsche Untergruppe, und es ist völlig gleichgültig, in welcher Sprache man seinen Roman schreibt. Ihr schreibt ja für euch.

Was ist das sogenannte "Young Writers Program"?

Dieses Programm richtet sich an Teilnehmer des NaNo, die noch unter 18 sind. Wenn ihr jünger als 18 seid und einen eigenen Roman schreiben wollt, ist das natürlich vollkommen okay. Ihr habt dann sogar (anders als die übrigen Teilnehmer des NaNos) die Möglichkeit, ein Wortziel unter 50.000 Wörtern zu wählen, etwa weil ihr gerade erst mit dem Schreiben angefangen habt und euch 50.000 Wörter zu viel sind. Alle anderen, die nicht für das YWP in Frage kommen, können nur mehr als 50.000 Wörter schreiben, nicht weniger. Oder sagen wir eher, ihr könnt euch kein Ziel setzen, das kleiner als 50k ist. Natürlich könnt ihr weniger schreiben, aber dann gewinnt ihr den NaNo eben nicht.

Wo schreibe ich meinen Text? Direkt auf der Seite des NaNo, oder wo?

Nein. Du schreibst für dich, auf deinem Block, auf einer leeren Wordseite, wo immer du möchtest. Du musst auch nicht 50.000 Wörter an einem Buch schreiben. Theoretisch kann man an mehreren Projekten schreiben, um auf die Wortzahl zu kommen. Wichtig ist nur, dass diese 50.000 Wörter am Ende zusammenkopiert werden, um seinen Gewinn zu verifizieren.

Was muss ich tun, um das Gewinner-Badge zu erhalten und wie reiche ich meine Wörter auf der NaNo-Seite ein?

Ungefähr eine Woche vor Ende des NaNoWriMo wird eine neue Option bei euren Projekten freigeschaltet: Dann könnt ihr euch verifizieren lassen, dass ihr den NaNo vor Ablauf der 30 Tage gewonnen habt. Dazu wird euch ein kleines Fenster angezeigt, in das ihr euren geschriebenen Text hineinkopiert und diesen an die Seite übermittelt. Dies dient wirklich nur dem Erfassen der Wortzahl, euer Text wird danach nicht auf der Seite gespeichert und niemand urteilt darüber, ob das, was ihr da geschrieben habt, gut oder schlecht ist. Habt ihr mehr als 50.000 Wörter geschrieben, könnt ihr euch zum Gewinner küren lassen und erhaltet ein Gewinner-Banner, das ihr auf eurer Webseite oder Social Media posten könnt, um anderen zu zeigen, was ihr geschafft habt. Solltet ihr vor dem 30.11. 50.000 Wörter geschrieben haben, könnt ihr natürlich noch weiterschreiben, wenn ihr das möchtet und euer Projekt noch nicht beendet ist.

Was sind Buddies und wozu sind die gut?

Writing Buddies sind quasi Freunde, die man hinzufügen kann, ähnlich der Freunde bei Facebook. Ihr könnt  Nachrichten mit ihnen austauschen und sehen, wie weit sie mit ihren Projekten sind. Manche finden das motivierend, andere nicht. Ich stöbere gern bei anderen Leuten, welche Projekte sie sich vorgenommen haben und wie gut sie damit vorankommen und habe über die NaNo-Aktion schon eine Gruppe von Freunden gefunden, die mich seit 2014 heute immer noch in Teilen begleitet.

Darf ich auch Fanfiktions schreiben oder muss es ein eigener Roman sein?

Laut dem Organisator des Projekts ist alles erlaubt, was sich als "Novel", also Roman, kategorisieren lässt. Niemand kontrolliert, ob ihr einen eigenen Roman oder eine Fanfiktion schreibt. Ich selbst habe bis letztes Jahr auch immer mit Fanfiktions teilgenommen und es gibt in der Auswahl, in welches Genre eure Novel fällt, auch die Auswahlmöglichkeit "Fanfiction", von daher ist das kein Problem.

Was mache ich nach dem November mit meinem Projekt?

Nachdem der November rum ist, dürft ihr machen, was ihr wollt. Weiterschreiben, wenn ihr noch nicht fertig seid. Überarbeiten, wenn ihr fertig seid. Es alles löschen und verbrennen, wenn ihr es so schlecht findet, dass ihr meint, es sei nichts mehr zu retten. Oder euch einfach über die geschafften 50k freuen und weitermachen. Das ist ganz euch überlassen!

Warum nehme ich teil und (2019) mit welchem Projekt?

Ich bin schon seit November 2013 mit dabei. Teilgenommen habe ich insgesamt an 7 NaNoWriMos (inklusive jetzt 2019, das heißt bisher 6 gewonnene NaNos) und 5 Camps (jeweils im April und/oder Juli, davon gewonnen: 2) und wie gesagt bisher erst einmal (letztes Jahr) mit einem eigenen Roman, sonst immer mit Fanfiktions. Ich mag das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Motivation durch die anderen Teilnehmer und die Möglichkeit, wirklich konzentriert an einem Projekt zu arbeiten und so einen großen Schritt voranzukommen. Letztes Jahr habe ich das erste Drittel von Indian Gods 1 geschrieben, dieses Jahr wird der erste Abschnitt von Teil 2 dran sein, und ich freue mich schon wahnsinnig darauf, endlich loslegen zu können!

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2 Kommentare

  1. Ich finde es so schön, dass man den NaNo "gewinnen" kann, indem man einfach nur schreibt :) irgendwie befreiend!

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    1. Ja, oder? Man muss nichts unmögliches vollbringen, und selbst, wenn es nicht die erhofften 50k werden, hat man geschrieben und sein Projekt vorangebracht und das ist ein total tolles Gefühl, wie ich finde :)

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