Die Montagsfrage #58 - Gab es dieses Jahr eine von dir erwartete Neuerscheinung, die dich enttäuscht hat?

by - November 04, 2019

Montagsfrage 58

Es ist Montag und damit wieder Zeit für eine Montagsfrage. Ich schreibe diese Antwort jetzt und dann vielleicht noch eine auf die Frage von letzter Woche. Erst wusste ich nichts dazu zu sagen, aber vielleicht versuche ich es gleich doch noch einmal.
Es ist ein Montag im November, das heißt, ich habe mich in den NaNoWriMo gestürzt. Tag 4 und ich habe schon 8.320 Wörter auf der Uhr. Bis gestern wohlgemerkt, denn dieser Blogpost hier ist das erste, was ich nach der Arbeit schreibe, und das werde ich sicher nicht in meinen Wordcount reinzählen. Mein Roman soll schließlich wachsen. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, schreibe ich an Indian Gods 2 - Indras Vermächtnis (Teil 1 bekomme ich Ende des Monats aus dem Lektorat wieder, yay!) und da ging es in den drei Tagen schon hoch her. Eine Hinrichtung hatten wir schon, und es wird vermutlich nicht die letzte gewesen sein ...

Und ganz ehrlich? Es macht so verdammt viel Spaß, wieder Zeit mit den Charakteren zu verbringen. Ihnen zuzusehen, wie sie die Probleme lösen, vor die ich sie stelle. Mir anhören, was sie zu sagen haben. Ich liebe es.
Und ich hoffe wirklich, meine zukünftigen Leser werden das auch über meine Bücher sagen, damit sie nicht sagen müssen, was ich zu dieser Frage zu sagen habe.

Erstmal kann ich die Frage nicht ganz exakt so beantworten, wie sie gestellt wurde. Denn ich "erwarte" prinzipiell keine Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt. Dazu habe ich zu wenig Ahnung vom Sortiment und den aktuell geplanten oder laufenden Neuerscheinungen. Ich fiebere nicht wirklich aktiv auf das Erscheinen eines Buches hin, weil ich auf die meisten Bücher erst aufmerksam werde, lange nachdem sie schon in den Läden stehen. Deshalb müsste die Frage für mich eigentlich eher lauten

Gibt es ein Buch, das in 2019 erschienen ist und das du gelesen hast, das dich enttäuscht hat?

Und so will ich versuchen, darauf zu antworten.
Vorweg sei gesagt: Persönliche Meinung. Andere Menschen können und dürfen eine andere Meinung haben als ich, aber bitte schlagt mich nicht für meine.

Ja, ich hatte ein Buch, das mich enttäuscht hat in diesem Jahr. Und zwar wäre da Durch den Nimbus (Noras Welten) von Madeleine Puljic.
Oh, wie ich dieses Buch lieben wollte. Ich wollte wirklich. Madeleine war zu Gast in der Schreibnacht und hat uns dort Rede und Antwort gestanden. Ich war so gespannt darauf, was diese sympathische Person wohl für Bücher schreiben mag. Das Cover des Buches sprach mich an und auch der Klappentext las sich spannend:

 Nora Winter hat Angst vor Büchern, und das aus gutem Grund: Sobald Nora anfängt zu lesen, fällt sie mitten hinein in die Handlung des Buches und muss die Geschichte am eigenen Leib erleben. Sie hofft, das Problem mithilfe des Hypnosetherapeuten Ben in den Griff zu bekommen, aber natürlich gerät sie jetzt erst recht in Schwierigkeiten. Denn diesmal wird nicht nur Nora in die Handlung hineingezogen, sondern der Therapeut gleich mit. Gegen ihren Willen landen die beiden in einer Welt voller Intrigen, die eigentlich nicht existieren dürfte – zwischen Rittern, Magiern und vorlauten Drachen. Es gibt nur einen Weg zurück: Sie müssen die Geschichte bis zum Ende durchstehen.

Das klingt doch wie Tintenherz, aber andersherum, oder? Dass jemand nichts aus Büchern herausliest, aber wohl sich selbst in Bücher hinein. Das klang für mich total spannend. Und vielleicht hatte ich falsche oder zu hohe Erwartungen. Denn irgendwie ... hat es bei mir nicht gezündet. Die Charaktere waren nervig, blieben nervig und wurden im Verlauf der 188 Seiten, durch die ich es geschafft habe, ehe ich abgebrochen habe, immer nerviger. Die Handlung wirkte irgendwie hölzern und vorhersehbar und alles in allem hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass man mehr aus dieser Idee hätte herausholen können.
Und dann habe ich die lobenden Rezensionen gelesen und gedacht: Bin ich falsch, weil ich dieses Buch abgebrochen habe, wo andere es doch so geliebt haben? Mittlerweile gibt es ein paar kritischere Stimmen, die durchaus genau so ihre Daseinsberechtigung haben wie die lobenden. Jeder mag eben etwas anderes. Immerhin kann das Buch so schlecht nicht sein, denn es wurde, nachdem es zuerst im Selfpublishing herauskam, von Piper entdeckt und dort neu aufgelegt. Soweit ich weiß, ist das Buch auch Auftakt zu einer Reihe.
Vielleicht hatte ich einfach falsche Erwartungen an dieses Buch.

Und vielleicht ist es ganz gut, dass ich nicht aktiv darauf hingefiebert habe, denn dann wäre die Enttäuschung vermutlich noch größer gewesen. Und da zeigt sich mal wieder, dass mein Misstrauen in Hypes vielleicht doch nicht so unbegründet ist ...
Aber es ist durchaus denkbar, dass ich dem Buch nochmal eine Chance gebe. Vielleicht habe ich es einfach nicht gründlich genug versucht?

Und ihr? Hattet ihr vielleicht auch Bücher, die euch dieses Jahr enttäuscht haben?

You May Also Like

0 Kommentare

Bitte beachtet vor dem Kommentieren der Postings dieser Webseite die Datenschutzerklärung.